Geburtstag am anderen Ende der Welt

Endlich wieder Sonne! Ich habe mich so gefreut, als ich an meinem ersten Morgen in South Golden Beach die Augen aufschlug, und die Strahlen des Sonnenaufgangs bereits in mein Zimmer schienen. Noch dazu war es angenehm warm draußen und das Rauschen des Meeres klang ganz nah. In dem Moment wusste ich plötzlich wieder, warum Australien einfach mein absolutes Lieblingsland ist!

Endlich wieder in der Wärme!

South Golden Beach ist ein ruhiges kleines Örtchen, ungefähr fünfundzwanzig Minuten von Byron Bay entfernt, welches seinen Namen alle Ehre macht. Die Strände hier sind wunderschön und die starken Wellen eignen sich perfekt zum Surfen! Seit Anfang August wohne ich hier bei einer Buchhalterin, deren Haus sich nur zwei Minuten zu Fuß vom Strand entfernt befindet. Da sie als Selbstständige viele Termine hat, erledige ich den Haushalt sowie die Gartenarbeit für sie, und darf im Gegenzug kostenfrei in ihrem Haus wohnen. Eine super Möglichkeit, um zu reisen, wie ich finde!

Der Strand befindet sich direkt neben der Haustür.

Zum ersten Mal in meinem Leben, habe ich in diesem Jahr meinen Geburtstag nicht in Deutschland verbracht. Der siebte August fiel auf einen Donnerstag. Hier am anderen Ende der Welt, wusste niemand, dass ich Geburtstag habe, und ich muss sagen, dass es wunderbar war! Da der Vorbereitungsstress in diesem Jahr wegfiel, ich keinen schier endlos wirkenden Familiendiskussionen am Tisch lauschen musste und auch keine sonstigen Gäste einfach so vorbeikommen konnten, muss ich sagen, dass es der wohl entspannteste Geburtstag war, den ich jemals hatte. Ich konnte meinen Tag einfach genauso gestalten wie ich es wollte – und genau das habe ich auch getan!

Ein ganz normaler Tag! wink

Nachdem ich am Morgen eine große Runde joggen war, habe ich nachmittags einen Spaziergang durch ein Naturschutzgebiet zu einem Café gemacht. Dort habe ich mir einen Almond Flat White bestellt und eine Weile am Laptop gearbeitet. Hinterher gings dann noch für einen kleinen Shoppingtrip ins Einkaufscenter und am Abend habe ich mir den Sonnenuntergang am Strand angeschaut. Und das Beste war – Geschenke gab es trotzdem! Dazu aber später mehr 😊

Dieser Naturpfad führt direkt zum Café.

Ich habe nun schon öfter die Frage gestellt bekommen, ob ich eigentlich meine Familie und Freunde in Deutschland vermisse. Um ehrlich zu sein – nö, kein bisschen 😀 Gedankt sei dem digitalen Zeitalter, welches es ermöglicht, dass ich mit allen Leuten die mir wichtig sind – auch am anderen Ende der Welt – stets im Kontakt stehen kann!

Dafür vermisse ich aber andere Sachen aus Deutschland – zum Beispiel die vegane Vielfalt im Supermarkt, Drogerieläden (die gibt es hier in Australien irgendwie nicht so richtig) und die gut isolierten deutschen Häuser. Wie ich in den vergangenen Wochen festgestellt habe, sind australische Häuser nämlich definitiv nicht für den Winter geeignet. Ganz im Gegenteil – sie wurden so konstruiert, dass sie während der heißen Sommer schön kühl halten. Problem ist nur, dass sie dies auch im Winter tun …

Australiens Häuser sind perfekt geeignet für den Sommer!

Zweimal am Tag fährt ein Bus von South Golden Beach nach Byron Bay. Ich wollte die berühmte kleine Surferstadt schon immer einmal besuchen und freute mich daher sehr, als es dann endlich soweit war. Bereits im Voraus habe ich ständig gehört, wie von dem kleinen Örtchen geschwärmt wurde. Ohne dass ich es wollte, waren meine Erwartungen daher ziemlich hoch.

Auf dem Weg nach Byron Bay.

Irgendwie hatte ich in meinem Kopf die ganze Zeit die Vorstellung von einer Kleinstadt mit vielen bunten Häusern im Vintage-Style. In meiner Fantasie liefen die Bewohner – mit ihren Surfbrettern unter den Armen geklemmt – barfuß über die gepflasterten Straßen zum Strand, welcher direkt an den Häusern angrenzte. Im Hintergrund lief überall entspannte Musik und die einzigen Autos, die ab und zu mal um die Ecke bogen, waren diese typischen australischen weißen Jeeps. Ansonsten wurden als Fortbewegungsmittel aber eher Fahrräder, Skateboards und Rollschuhe benutzt. Wie gesagt – frag nicht warum, aber aus irgendeinem Grund war das meine Interpretation von Byron Bay.

Zur Abwechslung habe ich mal einen Cappuccino mit Mandelmilch bestellt.

Die Realität sah dann allerdings ein wenig anders aus. Es stimmt zwar, dass der Strand direkt an die Stadt angrenzt und überall Surfer zu sehen sind. Gleichzeitig war ich aber auch überrascht darüber, wie viele Obdachlose in den Nebenstraßen wohnen und wie jung diese teilweise noch sind. Und auch wenn die Menschen tatsächlich alle ziemlich gelassen wirken, so ist der Verkehr alles andere als entspannt. Die Straßen und Parkplätze sind überfüllt mit Autos. Da es keine Ampeln und nur sehr wenige Zebrastreifen gibt, muss man beim Überqueren der Fahrbahnen ständig darauf achten, nicht versehentlich unter die Räder zu geraten. Der Strand selbst hat mich auch nicht wirklich überzeugt. Ja, er war schön. Aber auch nichts Besonderes. Da habe ich schon faszinierendere Orte gesehen. Alles in allem war der erste Eindruck von Byron Bay also etwas enttäuschend für mich. Das änderte sich jedoch, als ich eine Woche später erneut in die beliebte Küstenstadt fuhr …

Neulich fand in Byron Bay ein Autoren-Festival statt. Ziemlich cool!!!

Ich weiß nicht, ob es daran lag, weil das Wetter dieses Mal deutlich besser war, oder aber an der Tatsache, dass ich mit einer anderen Einstellung nach Byron Bay fuhr – auf jeden Fall gefiel mir der kleine Ort bei meinem zweiten Besuch schon viel besser!! Ich verbrachte den ganzen Tag in Byron Bay und je länger ich da war, desto mehr konnte mich die Stadt für sich begeistern.

Byron Bay konnte mich dann doch noch überzeugen 🙂

Am Vormittag habe ich den Lighthouse Walk gemacht. Er dauert ungefähr 45 Minuten, ist die meiste Zeit über schattig und führt direkt am Meer entlang. Oben angekommen beim Leuchtturm, hat man eine fantastische Aussicht auf die Küstenstadt. Jeder, der einmal nach Byron Bay reist, sollte diesen Walk unbedingt machen. Es lohnt sich definitiv. 😊

Der Weg zum Leuchtturm.

Das Wahrzeichen von Byron Bay.

Nachmittags habe ich dann endlich mein Geburtstagsgeschenk eingelöst – eine Surfstunde in Byron Bay. In meiner Surfgruppe waren außer mir noch drei Mädchen aus Norwegen, drei Französinnen und zwei Niederländerinnen. Ich war die einzige Solo-Travellerin unter ihnen, weshalb es anfangs ein wenig schwierig war, mit den anderen ins Gespräch zu kommen. War aber auch nicht weiter schlimm, weil die Stunde dann relativ bald startete und wir uns alle aufs Surfen konzentrieren mussten.

Übrigens kleiner Tipp: Vergiss nicht, deine Flip-Flops mitzunehmen, solltest du jemals eine Surfstunde buchen. Ich habe meine Flip-Flops vergessen (beziehungsweise, in Wahrheit habe ich nicht mal welche) und musste barfuß über den Kiesweg zum Strand laufen. Das war minimal schmerzhaft unter den Füßen …

Happy me 🙂

Inzwischen bin ich schon einige Male in Byron Bay gewesen und ich muss sagen, dass ich die Stadt mittlerweile echt toll finde! Es ist alles ein wenig anders hier, aber genau das macht den Ort so besonders. Und mal ehrlich – normal ist ja auch langweilig! 😊

Liebe auf den zweiten Blick <3

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4 Kommentare

  1. Schön. dass dir Byron Bay immer besser gefallen hat 🙂
    Und entspannte Geburtstage sind oft die Besten

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  2. Hey Merle,
    erstmal noch alles, alles Gute nachträglich zum Geburtstag. Ja, ist natürlich schon viel zu spät 🫣. Sorry!

    Es macht wirklich Spaß deine Berichte zu lesen. Ich finde es so toll, dass du das machst 👌. Viel Spaß auch weiterhin. Irgendwann sehen wir uns ja wohl hoffentlich wieder 😃. Liebe Grüße, Silke

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    • Dankeschön 🙂 Klar, freue mich schon darauf euch wiederzusehen!!!

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