Backpacker ohne Backpack

Ein Jahr ist vergangen und ich bin immer noch als Backpacker in Australien unterwegs! Na ja, eigentlich passt die Bezeichnung Backpacker nicht mehr, da ich mir inzwischen einen Koffer gekauft habe. Der ist viel praktischer als dieser schwere Rucksack und bietet zudem auch genug Platz für meine Klamotten, meinen Laptop und meine drei Paar Schuhe!
Ich fühle mich hier wohl, wobei ich tatsächlich sagen muss, dass das Work & Travel – Abenteuer in Australien härter ist, als ich es ohnehin schon vermutet hatte! Dennoch habe ich mich dazu entschieden, mein Visum zu verlängern. Tagelang habe ich alle möglichen Unterlagen zusammengesucht und ausgefüllt, die umfangreiche Bewerbung mehrfach durchgelesen (um sicherzugehen, alles richtig eingetragen zu haben) und war zugegeben auch sehr nervös gewesen, als ich diese dann schließlich abgeschickt habe. Nur drei Sekunden später kam die Bestätigung: Mein Visum wurde genehmigt! Ich habe mich sehr gefreut. Meine Familie nicht. Verständlich, denn immerhin müssen sie nun weiterhin auf den Hauptprotagonisten ihres Lebens verzichten.

Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da! 🍂🎶
Seit Februar arbeite ich nun schon als Nanny für eine iranische Familie in Melbourne. Viele haben mich gefragt, wie ein typischer Alltag einer Nanny aussieht. Gerne erzähle ich davon, wobei natürlich gesagt sein muss, dass die Aufgaben und Arbeitszeiten von Familie zu Familie unterschiedlich sind. In meinem Fall kümmere ich mich um ein zehnjähriges Mädchen und einen sechsjährigen Jungen, die jeden Tag von 09:00 bis 15:30 Uhr in der Schule sind. Daher fange ich unter der Woche immer erst am Nachmittag an zu arbeiten. Gegen halb vier hole ich die Kinder von der Schule ab – praktischerweise ist diese nur einen zweiminütigen Fußmarsch vom Haus entfernt. Wieder zurück, haben die beiden meistens eine kleine Pause von zehn bis zwanzig Minuten, bevor dann die Spielzeit beginnt (auch diese Zeiten variieren – je nachdem, wie die Kinder drauf sind). Beide spielen wahnsinnig gerne Monopoly, Schach oder mit den Spielzeugautos des Jungen. Manchmal gehen wir auch in den Park, auf Spielplätze oder fahren mit der Straßenbahn zur Bibliothek oder zum Bowlen. Ab 18:30 Uhr kümmern sich die Eltern wieder um die Kinder und ich habe Feierabend. Samstage und Sonntage fühlen sich für mich nicht wirklich nach Wochenende an, da ich meistens den ganzen Tag arbeiten muss – zwischendurch gibt es natürlich eine Mittagspause. Allerdings habe ich dafür jeden Dienstag frei, was auch sehr schön ist, weil in der Stadt dann weniger Trubel herrscht.
Kreative Malstunde mit den Kids!
An den Vormittagen habe ich verschiedene Putzstellen, wo ich von der Reinigung der Badezimmer bis hin zu Betten beziehen und kochen alles Mögliche machen muss. Außerdem gebe ich private Deutschstunden. In Australien wird in den meisten Schulen nur englisch unterrichtet, weshalb viele Eltern sich darüber freuen, wenn ihre Kinder die Möglichkeit erhalten, eine zweite Sprache zu erlernen.
Sei wild, frech und wunderbar neugierig auf das Dahinter! 🙊

Neben der Arbeit verbringe ich viel Zeit in der Bibliothek, bin Mitglied eines Buchclubs, mache Sport, gehe in Cafés und ins Kino. Aktuell findet ein Deutsches Filmfestival statt, bei dem täglich verschiedene deutsche Klassiker auf der Leinwand präsentiert werden. Kurz habe ich überlegt einen dieser Filme zu schauen, habe mich dann aber doch für einen englischsprachigen Kinderfilm entschieden. Der deutsche Titel heißt „Der Wunderweltenbaum“ und ist sehr zu empfehlen! 😊

Immer mit Mandelmilch!
Welcher deutsche Film darf auf dem Festival nicht fehlen?
Über Ostern bin ich für ein paar Tage zurück nach Benalla gefahren, wo ich Jonny und seine Familie auf der Farm besucht habe. Ostern wird hier übrigens genauso gefeiert, wie auch in Deutschland. Der einzige Unterschied ist, dass die Ostereier nicht zwischen Krokussen und Tulpen, sondern unter bunten Laubhaufen versteckt werden.
Larry hat zu Ostern ein neues Halsband bekommen. 🐾
Zurück in Melbourne habe ich an einem Samstagvormittag einen Spaziergang durch die Fitzroy Gardens gemacht. Dort gibt es ein kleines Miniaturdorf sowie einen Feenbaum, auf dessen Rinde eine ganze Welt aus Märchenfiguren zu sehen ist. Sie wurden in den 1930-er Jahren von einer australischen Kinderbuchautorin geschnitzt und verbinden europäische Märchenwesen mit der australischen Tierwelt.
Wer hier wohl wohnt? 🤔
Der Feenbaum in den Fitzroy Gardens. 🧚
Man merkt, dass der Winter vor der Tür steht. Alles wird ein bisschen ruhiger, kälter und gemütlicher. Könntest du dir vorstellen mal einen Winter in Australien zu verbringen? Schreib es gerne in die Kommentare. 😉

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6 Kommentare

  1. Liebe Merle, du machst das super. Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß, Erfolg und dass du auf deinem Weg nur tolle Menschen kennenlernst. Ich kann auch sehr gut verstehen, dass deine Familie dich vermisst und sich wünscht dass du nach Hause kommst. Also pass gut auf dich auf.
    Viele liebe Grüße Paulina

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    • Dankeschön und liebe Grüße zurück 😊

      Antworten
  2. Hallo Merle
    Es ist immer sehr spannend deine Berichte zu lesen !Du erlebst in deinem jungen Leben echt tolle Sachen.Schön das du auch immer wieder Neue Aufgaben für dich entdeckst ,so bleibt es spannend 😊Mit Kindern arbeiten,da bist du ja genau die richtige 😍das du dich jetzt entschieden hast noch länger in Australien zu bleiben ist sicherlich für deine Familie nicht so schön,aber du musst die Zeit jetzt nutzen 😊wer weiß ob du diese Gelegenheit noch mal bekommst!
    Ich wünsche dir weiterhin eine schöne Zeit.Bleib gesund und passe immer gut auf dich auf
    Freue mich auf den nächsten Bericht 😍
    Ganz liebe Grüße
    Monika🙋‍♀️😍

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    • Danke Monika! 🥰 Ja, ich denke auch, dass ich die Zeit jetzt nutzen sollte! Ich hoffe, dir geht es gut und liebe Grüße zurück aus Australien 🤗

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  3. Ich find den Feenbaum so schön, mir ist da auch sofort das Känguru ins Auge gesprungen und hab dann noch die ganzen anderen australischen Tiere gesehen <3
    Winter in Australien kann ich mir tatsächlich nicht vorstellen, da mag ich den deutschen Winter doch lieber, aber der Herbst sieht schon richtig schön aus.

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    • Ja, ich finde den Feenbaum auch cool! Herbst sieht hier eigentlich genauso aus wie in Deutschland, zumindest da wo ich bis jetzt war 😃

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