Last Christmas (I gave you my Sunscreen) - Weihnachten am anderen Ende des Thermometers

Letztes Jahr Südafrika, dieses Jahr Australien – so langsam gewöhne ich mich daran, Weihnachten in der Sonne zu feiern! Natürlich tat es mir schon irgendwie leid, dass meine Familie (mal wieder) auf mich verzichten musste. Schließlich ist es immer lustiger, wenn die Hauptperson (also ich) auch mit von der Partie ist. Aber na ja, so lange die Nebendarsteller gut genug sind, ist es nicht ganz so schlimm, wenn sie mal ein paar Folgen alleine tragen müssen! 😀

Bereits Anfang Dezember habe ich festgestellt, dass Weihnachten auf der anderen Seite der Welt, nicht nur wegen des Wetters komplett anders ist, als wir es aus Deutschland gewohnt sind. Während der Adventskalender bei uns im Lande eine wichtige Rolle spielt (sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene :D), ist diese Tradition in Australien eher weniger verbreitet. Man kann sie zwar in den Supermärkten kaufen, aber die Auswahl ist wesentlich geringer. Möchte man dennoch ein wenig mehr Vielfalt haben, kann man einfach zu Aldi gehen. Von Toffifee bis Kinderschokolade ist dort alles dabei – generell besteht achtzig Prozent der Aldi-Weihnachtssüßigkeiten aus deutschen Produkten.

Plätzchen backen bei 30 Grad fühlt sich merkwürdig kriminell an!! 😀

Da ich dieses Jahr schlecht einen Adventskalender für meine Familie gestalten konnte, habe ich stattdessen einen für Jonny und Asia gemacht. Aus Servietten und Schleifenband – wie immer sehr kreativ! 😀

Im Gegenzug haben Jonny und Asia mir einen Kalender von Lindt geschenkt. Auf dem Papier waren die verschiedenen Schokoladensorten sogar tatsächlich alle auf Deutsch geschrieben.

Die Schokolade war zwar hinter jedem Türchen geschmolzen, aber geschmeckt hat es trotzdem! tongue-out

Jonny hat mich eingeladen, die Feiertage mit ihm und seiner Familie zu verbringen. Genau wie in Amerika, ist der 25. Dezember der wichtigste Weihnachtstag für die Australier. Santa Claus kommt über Nacht, sodass die Geschenke direkt am Morgen ausgepackt werden. Heiligabend wird im englischen als Christmas Eve bezeichnet, ist aber nicht annähernd so bedeutend wie in Deutschland. Die meisten nutzen den Tag, um letzte Geschenke zu besorgen und Vorbereitungen zu treffen. Viele verbringen den Abend des 24. Dezembers auch mit Freunden.

Frühmorgens sind wir am ersten Weihnachtstag nach Melbourne gestartet. Dort haben wir erst einen kurzen Zwischenstopp bei Jonnys Bruder Pat gemacht, bevor wir dann zum Mittagessen zu seiner Schwester Bronwyn gefahren sind. Alles war ganz entspannt. Während wir dabei zugesehen haben, wie Jonnys kleiner Neffe seine Geschenke ausgepackt hat und wir nebenbei Platzkarten mit unseren Namen gestaltet haben, hat Bronwyn uns eine große Platte mit verschiedenen Meeresfrüchten, Crackern und Käse serviert. Wirklich sehr lecker! Das Mittagessen wurde dann zusammen vorbereitet – jeder hat ein bisschen mitgeholfen, sodass wir am Ende eine große Auswahl an Gemüse und Salaten, sowie einem frisch gebackenen Truthahn auf dem Tisch stehen hatten.

Pat’s Familie hat den wohl coolsten Tannenbaum, den ich je gesehen habe!

Was mir besonders gut in Erinnerung geblieben ist, ist die alte Weihnachtstradition der Murphys. Diese besagt, dass jeder noch einmal auf die vergangenen zwölf Monate zurückblickt und eine Sache benennt, für die man dankbar ist. Und um auch das neue Jahr mit Dankbarkeit zu begrüßen, wird direkt danach ein Punkt benannt, der einen mit Zuversicht auf die kommende Zeit blicken lässt. Eine schöne Tradition, die zu erkennen gibt, wie wichtig eigentlich die auffallend unauffälligen Dinge sind, die man oftmals erst dann wertzuschätzen weiß, wenn sie plötzlich nicht mehr da sind.

„It’s not what’s under the Christmas tree that matters, it’s who’s around it.“

Charlie Brown

Zurück auf der Farm, war unser Weihnachtsfest noch lange nicht vorbei! Am 27. Dezember wurde eine große Friendsmas-Party gefeiert, bei der ich alle möglichen Freunde und Bekannte aus den vergangenen Monaten wiedergetroffen habe. Es war ein schönes Gefühl, keine Fremde mehr zu sein, sondern irgendwie mit dazuzugehören.

Die meisten Gäste sind nach der Party wieder abgereist. Lou, Jack und Ellen sind jedoch geblieben, sodass sich unser Haus innerhalb kürzester Zeit in eine 7-er WG verwandelt hat. Und so ging die Feier weiter – Friendsmas bis zum dritten Januar! Es war eine lustige Woche und zeitgleich ein toller Start ins neue Jahr gewesen. Wir haben den Tennisplatz im Garten fertig gemacht und mit Eimern (bei 35 Grad Schattentemperatur) das alte Wasser aus dem Pool geschifft. Am Ende hat sich die schweißtreibende Arbeit definitiv gelohnt! Das Wasser im Pool ist wieder strahlend blau und sorgt für eine frische Abkühlung bei den heißen Temperaturen.

Larry beobachtet seine Angestellten bei der Arbeit.

Australien ist eines der ersten Länder der Welt, das alle 365 Tage ins neue Jahr startet. Im Bundesstaat Victoria (wo ich mich gerade befinde) beträgt der Zeitunterschied zu Deutschland aktuell zehn Stunden. Demnach war es bei euch gerade mal 14 Uhr, als wir bereits den Countdown für 2026 runtergezählt haben. Gefeiert wurde die Silvesternacht natürlich bei uns auf der Farm – mit vielen Gästen, lauter Musik und leckeren Snacks!

Übrigens ist es in Australien verboten, private Feuerwerke zu zünden. Dies dient zum einem zum Schutze der Tier- und Pflanzenwelt, aber auch, um die Menschen vor Gefahren zu wahren. Aufgrund der Hitze ist das Risiko für Buschfeuer im australischen Sommer nämlich besonders hoch! Wer trotzdem nicht auf die bunten Raketen verzichten möchte, kann in die größeren Städte wie Melbourne, Sydney und Brisbane fahren, wo man sich geplante und professionell organisierte Feuerwerke anschauen kann.

 Happy New Year vom anderen Ende der Welt! 😊

Hier noch ein Weihnachtsgedicht, welches ich (mit seelischer Unterstützung von Jonny 😄) geschrieben habe:

The perfect christmas gift

By Merle and Jonny

The sun is hot, the water empty,

on the farm the work is plenty.

Cattles are hungry, farmers are stressed,

actually everybody needs a rest.

But there is no time, we have to keep going.

Otherwise the money would not growing.

Moving cattles, build a fence,

fix the salage rolls with hands.

Drenching the cows and control their eyes,

get annoyed about the one billion flies.

Running from one meeting to the next

and don‘t forget to organize the tax.

Stay in contact with family and friends,

but at the same time think in silence about the work that will never ends.

Be kind, polite and a good farmer,

it‘s an important job even if in summer it get‘s harder.

So we notice there is a lot of things to do,

and then it‘s also christmas – oh no, I‘m feeling blue!

The most wonderful time of the year

is sometimes a bit hard and brings us a tear.

Finding the perfect christmas gift isn’t easy peasy,

but luckely there is Merle and she said: „Lemon squeezy.“

We thought about that togehter and tryed our best –

and now we are very blessed.

At the end of the day, we couldnt find the perfect gift –

but to be honest, the perfect one don‘t exist.

But what we could do is to write the perfect letter –

actually it‘s a card but it doesn‘t matter.

So what we wanted to say is, it‘s nice to be with you togehter.

Merry Christmas from Jonny and Merle,

let‘s have a good day and also good weather!

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4 Kommentare

  1. Auch Dir ne tollen Start ins Jahr 2026….
    Weiterhin nur gutes und viel Spaß

    Antworten
  2. Merle,
    Super opisana historia Świat Bożego Narodzenia jakie przeżyłaś w Australii.
    Dzięki Twoim opisom i zdjęciom możemy sobie wyobrazić jak to tam wygląda 🙂

    Antworten

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