Skigebiet Mayrhofen
Mit 78 % Gefälle, wartete im Skigebiet Mayrhofen des Zillertals, der Harakiri auf uns – die steilste Piste Österreichs. Vorab – meine Skier haben den Harakiri nicht berührt. Aber mein Bruder und drei seiner Freunde, haben sich auf die schwarze Piste gewagt und es auch irgendwie geschafft, wieder heil unten anzukommen. Eigentlich hatten mein Bruder und seine Freunde bis zum letzten Tag mit der Abfahrt auf dem Harakiri warten wollen. So hätten sie zuvor wenigstens noch einen schönen Skuirlaub gehabt, für den Fall, dass ihnen auf ihrem achtundsiebzigprozentigen Weg nach unten etwas passiert wäre. Aber letztendlich konnten sie doch nicht so lange warten und meisterten die schwarze Piste stattdessen bereits am zweiten Tag …

Harakiri – die steilste Piste Österreichs
Ich habe mich derweil lieber auf der Rennstrecke aufgehalten, wo Emma und ich regelmäßige Wettrennen veranstaltet haben. Mein Ziel ist es immer noch, eines Tages schneller als sie zu sein 😀

Freie Bahn für mich auf der Rennstrecke.
An einem Tag war es so nebelig gewesen, dass man nichts außer weiß sehen konnte. Ich habe mich gefühlt, wie in der australischen Serie Emmas Chatroom, wo die drei Mädchen zum ersten Mal in den Cyberspace gelangt waren. Um uns nicht zu verlieren, sind wir in einer langen Schlangenlinie hintereinander hergefahren, während der Nebel eine gespenstische Stille um uns herum ausgelöst hatte.

Wir stehen im Nebel.
Ich habe bereits mehrfach angedeutet, dass das Skifahren nicht meine größte Leidenschaft ist und vermutlich auch nie sein wird. Es macht mir zwar Spaß, aber es gab auch oft Momente, in denen ich mich sehr unsicher gefühlt habe. Der Tag, an dem es so nebelig war, war einer dieser Momente gewesen. Was mir in solchen Situationen immer geholfen hat, ist, mir im Kopf Lieder vorzusingen. Das klingt merkwürdig, aber tatsächlich konnte ich mich dadurch wesentlich besser auf die Piste und die einzelnen Kurven, die ich gefahren bin, konzentrieren. Außerdem habe ich versucht, den Nebel als eine Art persönliche Challenge zu sehen. Denn rückwärts gelesen ist es gar kein Nebel, sondern das Leben. Und was gibt es für ein schöneres Gefühl, als jenes, welches man verspürt, wenn man eine weitere Herausforderung im Leben gemeistert hat! Im Grunde genommen ist alles eine Frage der Perspektive. Es liegt an uns, wie wir die Dinge sehen. Wir können jede Lebenslage aus dem Blickwinkel einer unlösbaren Aufgabe sehen, oder aber die Chance ergreifen, um über uns selber hinauszuwachsen und stärker zu werden. Es ist jedem selbst überlassen, ob er die Vogel- oder die Froschperspektive einnimmt …

Emma und ich aus Sicht der Vogelperspektive.
Auf den Harakiri habe ich mich in diesem Jahr noch nicht getraut. Aber wer weiß, vielleicht werde ich auch diese Herausforderung eines Tages annehmen 🙂