Magische Momente in England

Als absoluter Potterhead steht es natürlich außer Frage, dass eine Reise nach England definitiv ein Muss ist. Tatsächlich war der Trip in J.K. Rowlings Heimatland auch das erste Mal, dass ich alleine mit dem Flugzeug geflogen bin. Das war im Februar 2020 gewesen. Damals wollte ich meine beste Freundin Yanina besuchen, die zu dem Zeitpunkt ein Au Pair – Jahr in London gemacht hat. Wir hatten vereinbart, dass sie mich vom Bahnhof Kings Cross abholen würde, was für mich schon aufregend genug war. Ich meine, wir sprachen hier von Kings Cross – dem Bahnhof, von welchem der Hogwarts-Express am Gleis neundreiviertel, jeden ersten September pünktlich um elf Uhr, zur Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei abfährt. Vorerst jedoch, musste ich dort überhaupt ankommen – und das war bereits ein kleines Abenteuer für sich.

Als ich in London/ Heathrow ankam, war ich überwältigt von der Größe des Flughafens. Noch nie zuvor hatte ich so viele verschiedene Menschen an einem Ort gesehen, und alle schienen es ganz besonders eilig zu haben. Wichtig gekleidete Männer mit großen Aktenkoffern kamen mir entgegen, kleine Kinder, die hektisch von ihren Eltern zurückgerufen wurden, liefen an mir vorbei, und andere wiederum standen ungeduldig an der Seite, vermutlich darauf wartend, endlich abgeholt zu werden. Ich selber hatte nur einen kleinen Handgepäckkoffer dabei und konnte demnach relativ schnell durch die Menge huschen. Mein Ziel war die U-Bahn Station, von der ich mit der Piccadilly-Line in die Stadt fahren wollte. Relativ schnell bemerkte ich jedoch, dass irgendetwas nicht zu stimmen schien. Immer wieder schnappte ich von vorbeigehenden Passanten Satzteile auf, die darauf hindeuteten, dass die U-Bahn Station gesperrt war. Als ich kurz darauf den freundlichen Studenten wieder traf, den ich zuvor am Flughafen in Hamburg kennengelernt hatte, erfuhr ich auch den Grund dafür. Ganz in der Nähe hatte es eine Messerstecherei gegeben, weshalb alle U-Bahn Fahrten, welche vom Flughafen ausgingen, abgesagt wurden waren. Das erklärte auch, warum ich nach meiner Ankunft so viele Nachrichten erhalten hatte, in denen ich gefragt wurde, ob es mir gut ging. Zum Glück wusste der Student, wie wir auf anderem Wege in die Stadt gelangen konnten. Mit der überfüllten und holprigen Busverbindung, brauchten wir zwar doppelt so lange wie normalerweise üblich, doch dafür wurde während der Fahrt gute Musik gespielt. Den letzten Teil der Strecke konnte ich dann mit der U-Bahn fahren und so kam ich schließlich, mit ein wenig Verspätung, beim Bahnhof Kings Cross an. 

 

FunFact: Im Flugzeug saß ich neben einem Engländer, mit dem ich mich über die britische Küche unterhalten habe. Ich wollte ihm erzählen, dass wir Deutschen häufig denken, dass Engländer immer Würstchen und Bohnen (Sausages and Beans) zum Frühstück essen. Mein Sitznachbar schien allerdings mehr als verwirrt über diese Aussage zu sein, was mich wiederum auch verwirrte. Irgendwann bemerkte ich meinen Fehler – anstatt „Beans“ sagte ich die ganze Zeit „Bones“. Na dann, guten Appetit!

Yanina und ich vor dem Tor zum Gleis neundreiviertel.

Da ich nur drei Tage in Englands Hauptstadt sein würde, mussten wir das volle Londoner Programm innerhalb dieser Zeit schaffen. Yanina hatte also bereits zuvor einen Plan erstellt, mit allen Orten und Sehenswürdigkeiten, die sie mir zeigen wollte. Es war eine ziemlich lange Liste, aber Yanina stellte sich als ein wirklich guter Tourguide heraus, sodass ich am Ende meines Trips tatsächlich behaupten konnte, die wichtigsten Plätze Londons gesehen zu haben.

Das obrige Bild, welches uns am Gleis neundreiviertel zeigt, ist übrigens an unserem letzten Tag in London entstanden. Damit ich meinen Flug nicht verpassen würde, haben wir genug Zeit eingeplant, um noch einen kurzen Zwischenstopp beim Bahnhof Kings Cross einzulegen. Dort haben wir uns in die ewig lange Schlange gestellt, um nach ungefähr einer Stunde, eines der berühmten Bilder vor dem Eingang in die Zaubererwelt zu machen. Der Typ, der die Schals der jeweiligen Häuser verteilt hat, hat sich übrigens besonders gefreut, als Yanina gesagt hat, sie wäre im Haus Ravenclaw. Na gut, eigentlich ist er vor Freude sogar regelrecht ausgerastet! laughing

Es sah bestimmt sehr elegant aus, als ich auf die Statue des Löwen geklettert bin.

Besonders gut hat mir der Trafalgar Square in London gefallen. Gerade abends war der Platz richtig schön leer, sodass wir neben den majestätischen Löwen-Statuen ganz in Ruhe unsere Schokolinsen essen konnten, welche wir zuvor in einem berühmten Store gekauft hatten.

Auch wenn mein Besuch in London nur von kurzer Dauer gewesen war, hat mich die Stadt sehr begeistert, sodass ich mir sicher war, eines Tages unbedingt noch einmal herkommen zu wollen. Vier Jahre später, genauer gesagt im Mai 2024, war es dann endlich soweit. Dieses Mal reiste ich wieder mit Jolina zusammen. Wir waren zuvor bereits gemeinsam in Schottland gewesen, und begaben uns nun in J.K. Rowlings Heimatland, um unsere Suche nach der Magie fortzusetzen.

 

Zurück in London – das London Eye.

In meiner Wohnung habe ich ein 3D-Puzzle vom Big Ben. Sieht genauso aus wie in echt! tongue-out

Da Jolina und ich beide schon mal in London gewesen waren, verspürten wir nicht den Druck, jede einzelne Sehenswürdigkeit sehen zu müssen und konnten ganz entspannt durch die Stadt schlendern. Dabei kamen wir an einem Flohmarkt vorbei, auf dem alte Bücher, CDs und Schallplatten verkauft wurden; betrachteten in den Schaufensterläden amüsiert Quietscheenten, die es hier wirklich in allen möglichen Variationen gab; und genossen im Hyde Park die Sonne, während wir Postkarten an unsere Familie und Freunde schrieben.

Ich glaube, wenn London ein Mensch wäre, wäre es eine sehr gut gekleidete, viel beschäftigte, aber durchaus freundliche Person.

Der Rasen im Hyde Park ist sehr bequem.

Neben dem Erkunden der super schönen und lebendigen Stadt, erfüllten Jolina und ich uns zudem auch einen großen Traum, welchen wir bereits seit Jahren hatten. Zum ersten Mal würden wir die Harry Potter Warner Bros Studios besuchen, um dort einen Einblick hinter die Kulissen der berühmten Filmreihe zu bekommen. Genauere Details zur Studiotour werde ich hier nicht beschreiben, da ich der Meinung bin, dass sich jeder sein eigenes Bild machen sollte. Aber ich kann so viel verraten, dass unsere Erwartungen (die nebenbei bemerkt sehr hoch waren), bei weitem übertroffen wurden sind.

Ein Schnappschuss von mir während der Studiotour.

In London selbst kann man übrigens auch einige Drehorte der Harry Potter – Filme besuchen. Zum Beispiel die Millennium Bridge, welche im sechsten Teil der Reihe zu sehen ist.

Die Millennium Bridge in London.

Auch dieses Mal hat es mir wieder sehr gut gefallen in London. Es ist eine tolle Stadt und ich weiß jetzt schon, dass ich defintiv wiederkommen werde!

Natürlich durfte ein Bild beim Trafalgar Square nicht fehlen. Mittlerweile ist es übrigens verboten, auf die Statuen zu klettern.

Jetzt fehlen noch Irland und Wales auf Jolinas und meiner gemeinsamen Suche nach der Magie. Auch wenn noch nichts geplant ist, freue ich mich bereits jetzt schon!

Weitere spannende Abenteuer ...

Teil 14 – Backpacker ohne Backpack

Teil 14 – Backpacker ohne Backpack

Ein Jahr ist vergangen und ich bin immer noch als Backpacker in Australien unterwegs! Na ja, eigentlich passt die Bezeichnung Backpacker nicht mehr, da ich mir inzwischen einen Koffer gekauft habe. Der ist viel praktischer als dieser schwere Rucksack und bietet zudem...

mehr lesen

4 Kommentare

  1. Ich freue mich auch schon auf weitere Abenteuer ☺️

    Antworten
  2. London ist wirklich eine wunderschöne Stadt, war vor Jahren mit der Schule mal da und deine Berichte haben alte Erinnerungen wieder wach gerufen. Besonders gut haben mir auch die Parks gefallen, schön das du bei deinem 2. Besuch mehr Zeit hattest mal rumzuschlendern, einige Städte muss man echt mehrmals besuchen 😀

    Antworten
    • Jaa, ich bin auch Fan vom langsamen Reisen 😀

      Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner