Auf die Piste, fertig, los!

In meinem ersten Tagebucheintrag nehme ich dich wortwörtlich auf eine steile Tal- und Bergfahrt nach Österreich mit! Hier stand ich 2014 das erste Mal auf Skiern und ich kann schon so viel verraten – ich habe es anfangs gehasst! Da aufgeben für mich allerdings noch nie eine Option gewesen ist, bin ich dennoch weiterhin zur Skischule gegangen, was sich letzten Endes für mehr als eine gute Entscheidung erwiesen hat. Denn nicht nur, habe ich in den darauffolgenden Jahren, während unserer Skiurlaube in Österreich, viele lustige Momente erlebt, sondern auch neue Freundschaften geschlossen, welche ich heutzutage nicht mehr missen möchte.

 

 

 

Ich, bei dem Versuch über eine Rampe zu fahren …

 

Während es bei uns im Norden langsam wärmer wurde, die ersten Krokusse ihre Köpfe gen Sonne streckten und man vor der ein oder anderen Haustür bereits Ostereier hängen sah, packten mein Bruder und ich dicke Schneehosen, Handschuhe, sowie Winterjacken in unsere Koffer. Die anstehenden Osterferien würden wir nämlich nicht zu Hause verbringen, sondern im verschneiten Österreich.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als wir frühmorgens ins Auto einstiegen, um unsere neunstündige Fahrt in die Berge anzutreten. Lange Autofahrten waren wir durch unsere Besuche in Polen bereits gewohnt, doch dieses Mal war nicht nur die weite Strecke Grund für unsere Aufregung. Auf uns wartete ein neues Abenteuer, neue Erlebnisse, sowie drei uns bis dato fremde Familien, mit denen wir in den nächsten Tagen zusammen leben würden.

Angekommen in Österreich, stellte sich schnell heraus, dass wir mehr Kinder als Erwachsene waren. Während unsere Eltern sich erst einmal zum Kaffee trinken trafen, hatten wir Kinder genügend Zeit, uns kennenzulernen. Ich teilte mir mein Zimmer mit Nina und Emma, zwei Mädchen ungefähr in meinem Alter. Die beiden kannten sich bereits und waren zuvor schon einige Male zusammen im Skiurlaub gewesen. Begeistert erzählten sie mir nun, wie viel Spaß ihnen dieser Wintersport mache und wie sehr sie sich darauf freuten, endlich wieder auf der Piste zu stehen. Nichts ahnend ließ ich mich von ihrer Vorfreude anstecken und konnte den nächsten Tag nun ebenfalls kaum abwarten. Als es dann allerdings so weit war, stellte ich schnell fest, dass Skifahren einiges mehr an Übung brauchte, als ich gedacht hatte …

 

Unser (nicht sehr aufgeräumtes) Zimmer

Unser (nicht sehr aufgeräumtes) Zimmer

Wie oben bereits erwähnt, waren die ersten Tage in der Skischule alles andere als Spaß für mich gewesen. Immer wieder musste ich in kompletter Skigarnitur kleine Hügel besteigen, nur um im nächsten Moment wieder abzurutschen und das ganze dann noch mal machen zu müssen. Niemals hätte ich gedacht, inmitten von Eis und Schnee so sehr ins Schwitzen zu geraten. Aber spätestens zur Mittagspause war ich mir sicher, dass man bei einer solch warmen Körpertemperatur, wie ich sie hatte, nicht mehr von einem Winterurlaub reden konnte. Auch war es ein ziemlich deprimierendes Gefühl, auf dem Idiotenhügel von kleinen Kindern (teilweise mit Schnuller im Mund) überholt zu werden, während ich selber im sogenannten „Pizzaflug“ im Schneckentempo hinunterfuhr. Nach einiger Zeit versuchte unser Skilehrer uns beizubringen, unsere Skier während des Fahrens parallel zu halten. So würden wir nicht nur besser vorankommen, sondern hätten auch einen besseren Halt auf unseren Skiern. Ich gab mir wirklich größte Mühe seinen Anweisungen zu befolgen, doch wollte es bei mir dennoch einfach nicht klappen. Während alle anderen Teilnehmer nach und nach an mir vorbeisausten, war ich stets die Letzte und zusätzlich auch noch diejenige, die am häufigsten auf der Nase landete. Kurz gesagt, ich hatte keine Lust mehr und war jedes Mal froh, wenn ich am Ende des Tages in die Gondel stieg, die mich zurück ins sichere Tal brachte.

Zum Zeitpunkt dieses Fotos, hat mir das Skifahren mittlerweile sehr viel Spaß gemacht.

Außerhalb der Skikurse hatte ich eine tolle Zeit. Ich verstand mich super mit Emma, Nina und den anderen Kindern. Wir schlenderten gemeinsam durchs Dorf, spielten viele Gesellschaftsspiele, kochten zusammen, machten Filmeabende und blieben bis spät in die Nacht auf. Emma, Nina und ich quatschten über alles Mögliche und waren durchgehend am Lachen, sodass die anstrengenden Skistunden jedes Mal schnell vergessen waren.

Mein Bruder stand übrigens von Tag eins an wie ein Profi auf den Brettern, weshalb ich die Hoffnung nicht aufgab, dass auch ich, zumindest bis zum Ende der Woche, gefallen an dem Sport finden würde. Aber je näher das Ende des Urlaubs heranrückte, desto weiter sank auch mein Optimismus. Und irgendwann war er da – der letzte Tag. Ich fiel – ich stand wieder auf – und ich fiel erneut. Trotzdem entschied ich mich dazu, auch im kommenden Jahr wieder mit nach Österreich zu kommen. Genauso wie in den darauffolgenden Jahren auch. Zugegeben, waren meine Freunde der Hauptgrund, weshalb ich mich jedes Jahr aufs Neue darauf freute, wieder mit in die Berge zu kommen. Doch durch die vielen Skikurse, welche ich in der Zeit absolvierte, fiel mir auch das Skifahren von Mal zu Mal leichter. Irgendwann hatte ich kein Problem mehr, den Anschluss zu der Gruppe zu halten und während der Abfahrten konnte ich nun endlich das pure Freiheitsgefühl nachempfinden, von welchem Emma und Nina stets gesprochen haben.

 

Heutzutage blicke ich mit vielen positiven Gefühlen auf die Skiurlaube zurück. Ich bin sehr dankbar dafür, die Chance erhalten und auch genutzt zu haben, diesen Sport zu erlernen. Es hat mich viel Anstrengung, Schweiß und Tränen gekostet. Doch die Mühe hat sich gelohnt, sodass ich mich mittlerweile als eine sichere und begeisterte Skifahrerin bezeichnen kann.

Demnach freue ich mich schon darauf, wenn es das nächste Mal heißt: Auf die Piste – fertig – los! 🙂

 

Unser bunter Chaoshaufen 🙂

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2 Kommentare

  1. Ohhh Merli! Da haben mir doch glatt die Tränen in den Augen gestanden beim Lesen. Ich hab unsere gemeinsamen Urlaube auch immer sehr genossen 🥰

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    • Jaa, es war wirklich eine tolle Zeit!!! 😀

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