Skigebiet Hochoetz
Begonnen hat alles im wunderschönen Tirol – genauer gesagt im Skigebiet Hochoetz. Im Gasthaus von Rosi und Roland, haben wir hier die ersten Jahre unserer Skiurlaube vebracht. Wir waren insgesamt zwölf Kinder und acht Erwachsene, die sich zuvor kaum beziehungsweise gar nicht kannten. Im Laufe der Zeit wuchsen wir jedoch immer mehr zu einer Gruppe zusammen und es entstand eine echte Freundschaft, die noch bis heute anhält. Neben den täglichen Skistunden, hatten wir auch im sonnigen Tal eine tolle Zeit. Nachmittags aßen wir zusammen Kuchen, spielten im Gemeinschaftsraum des Gasthauses Tischkicker und im Garten Fußball, schlenderten durchs Dorf und kauften Süßigkeiten im Dorfladen, kochten gemeinsam, machten Filmeabende und verschwendeten keinen Gedanken daran, unsere Zimmer aufzuräumen. Mit Außnahme von Emma, die zwischen dem Chaos von Nina und mir regelmäßig die Krise bekommen hat … 😀 Zugegeben, unser Zimmer sah wirklich schlimm aus!
Wir waren zwanzig Menschen aus insgesamt sechs verschiedenen Familien, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Jeder hatte seine eigenen Werte, Vorstellungen und Gedanken, die sein Handeln bestimmten, wodurch es auch bei uns natürlich nicht immer alles harmonisch ablief. Es gab Streit und Meinungsverschiedenheiten. Aber – und das war das Wichtigste – letzten Endes schafften wir es immer wieder, uns zu vertragen und einen Grund zum Lachen zu finden. Ich glaube, ansonsten hätten wir es nicht so viele Jahre lang zusammen ausgehalten! Die schönen Momente haben definitiv überwogen und werden vermutlich für alle von uns, ein Leben lang in Erinnerung bleiben.

Das einzige Bild, welches ich aus unserer Zeit in Hochoetz habe.
Da die meisten von uns damals noch kein Smartphone besaßen, wurde ein Großteil der Bilder mit klassischen Kameras geschossen. Ich konnte auf meinem alten Handy ein einziges Bild aus unserer Zeit in Hochoetz finden. Es zeigt unsere Gruppe während der Mittagspause im Skidepot. Zwischen Skischuhen, Skiern und Snowboards, haben wir es uns hier täglich zwischen 12 und 13 Uhr bequem gemacht, um unsere mitgebrachten Brote, das geschnittene Obst und Gemüse, sowie Süßigkeiten (zur Steigung des Blutzuckerspiegels) zu essen. Besonders gerne haben wir uns auch bei dem Getränkeautomaten bedient, welcher sich im Depot befand. Dort konnte man sich in kleinen Pappbechern heißen Kakao, Kaffee und Cappuccino (wahlweise auch mit Schokogeschmack) auffüllen. Mich würde mal interessieren, wie viel Umsatz der Automat durch uns gemacht hat … vermutlich wurden wir deshalb auch nie aus dem Depot rausgeworfen. Über dem Skidepot befand sich ein edles Restaurant. Dort gab es lauter leckere Gerichte, wie Kaiserschmarrn, Germknödel und Fritattensuppe. Mit den Jahren wurde es zum Ritual, dass wir am Ende des Skiurlaubs (meistens am letzten Tag) alle zusammen das Restaurant besucht haben, um selbst in den Genuss dieser österreichischen Spezialitäten zu kommen. Mein persönlicher Favorit ist hier definitiv der Germknödel. Ich kann mich noch daran erinnern, dass meine Mama zu Hause in Deutschland auch einmal Germknödel aus dem Supermarkt zubereitet hat. Aber es hat bei weitem nicht so gut geschmeckt, wie in Österreich. Ein Grund mehr, mal wieder in die Berge zu reisen 🙂